“Ich engagiere mich für Hunde und deren Menschen”

Clubgründer und Clubleiter
Bernd H. Pierstorff,
Hundecoach und Problemhundeberater

Eine wahre Weihnachtsgeschichte

(Statt einer Weihnachtskarte)

 

Es war ein paar Tage vor Weihnachten, als eine zarte kleine Frau den Empfangsraum des Tierschutzhauses betrat. Sie war nicht mehr ganz jung aber sie hatte etwas Frisches, Jugendliches an sich.

„Ich möchte mir einen Hund mitnehmen,“ sagte sie zu dem Mann hinter der Empfangstheke.

„Sie wollen sich einen Hund aussuchen,“ korrigierte sie der Mann freundlich.

„Nein, nein, ich hab ihn schon ausgesucht,“ lächelte sie, „es ist der Chester“.

Chester war seit ein paar Wochen ihr „Spaziergeh-Hund“ und er war das, was man hier einen „Unvermittelbaren“ nannte. Er war ein Mischling aus Holländischer Schäfer und Stafford und nicht das, was man sich unter einem „schönen Hund“ vorstellt. Außerdem war er schon 10 Jahre alt und galt als „schwierig“, wie der junge Trainer, der die Übergabe durchführen sollte, anmerkte.

„Mit dem werden sie Probleme haben.“ Und um seinen Worten Nachdruck zu verleihen „Mit dem habe sogar ich Schwierigkeiten.“

„Oh, das will ich Ihnen gerne glauben,“ lächelte die zarte kleine Frau ein wenig zweideutig, denn der junge Mann, der sich Trainer nannte, war noch sehr jung und sah nicht sehr geduldig aus.

„Sie wären jetzt sein 10. Besitzer,“ legte er noch ein Schäuflein nach.

„Tatsächlich, dann wird es ja langsam Zeit, dass er ein Zuhause findet.“

„Sie wollen sich den wirklich antun – wissen Sie, 9 Jahre Tierschutzhaus verändern einen Hund.“

„9 Jahre sind viel, sehr viel – ich weiß“, lächelte die zarte kleine Frau, „deshalb will ich das ja auch beenden.“ Und dann sagte sie sehr bestimmt „Ich denke, er hat diese Chance verdient. Und um mich brauchen sie sich nicht zu sorgen.“

„Ja, ja, ist ja gut, ich wollte Sie nur warnen. Das ist kein einfacher Hund – Schäfer/Stafford…“

„Ich weiß, danke für die Warnung…“ Sie lächelte ein wenig verloren, und als sie das Tierschutzhaus mit dem alten Chester verließ, lächelte sie noch immer. Diesmal allerdings deutlich glücklicher.

Am Tag darauf rief sie mich an.
Meine Telefonnummer habe sie aus der Zeitung, und ob ich mir ihren Hund ansehen könnte. Sie wolle wissen, was ich von ihm halte.

Als ich Chester zum ersten Mal begegnete, war er ein erloschener Hund. Er schien mit allem abgeschlossen zu haben. Aber schon nach wenigen Stunden begann er, die Dinge um sich herum wahrzunehmen. Ich sah, da war noch was. Da war sogar noch eine ganze Menge.

Während ich diese Zeilen schreibe, liegt Chester hier neben mir. Er ist heute ein glücklicher Hund. Und er ist in den richtigen Händen ein wunderbarer Hund – nein, nicht geworden – er war es immer, nur haben das die Menschen, die sein Leben zehn Jahre lang bestimmt hatten, nicht erkannt. Erst die zarte kleine Frau mit dem großen Herzen hat in Chester das gesehen, was in ihm war. Und seine Lebensfreude und sein Vertrauen in seine neuen Menschen, sind ein wundervolles Geschenk.

Jene Weihnachten waren für Chester und sein neues Frauchen wahrlich ein Fest der Liebe und der Freude. Er hat heute seine böse Vergangenheit vergessen, denn er ist ein Hund. Und Hunde leben im HIER und JETZT. Wir können so viel von ihnen lernen.

 

Ich wünsche Euch allen von ganzem Herzen

 

 

Was wir uns für 2021 wünschen

 

  • Wir wünschen uns, dass sich Menschen nur dann einen Hund nehmen, wenn sie Zeit für ihn haben. Zeit, ihn kennen zu lernen. Zeit, sich seiner Sprache, seiner Erziehung zu widmen. Zeit, mit ihm täglich ein paar Stunden spazieren zu gehen. Zeit ihn zu fordern und zu fördern, wie es seinem Wesen entspricht. Zeit für ihn gut zu sorgen, solange er lebt.
  • Wir wünschen uns von allen Hundebesitzern die Einsicht, dass ihr Hundewissen ihren Hund glücklicher macht und dass dieses Wissen nicht so sehr davon abhängt, wie viele Hunde sie bereits gehabt haben, sondern vor allem davon, dass sie immer wieder bereit sind, „Hund“ zu lernen: In Seminaren, durch Literatur und durch hundegerechtes Training, das auf dem neu erworbenen Fachwissen aufbaut.
  • Wir wünschen uns, dass Menschen verstehen, dass Hunde aus dem Kofferraum oder aus dubiosen „Züchtungen“ nur Leid bringen, weil Euer Mitleid die Triebfeder für die Geschäfte der Hundemafia ist. Wir wünschen uns, dass Tierfreunde verstehen, dass jeder durch Kauf „gerettete“ Hund neues Leid hervorruft, weil jeder Kauf solcher Tiere das Geschäft mit diesem Tierelend lohnend macht. Bitte niemals kaufen sondern sofort die Polizei rufen!
  • Wir wünschen uns, dass wir nie wieder in Hundescheiße treten. Weder auf Straßen und Wegen, noch auf Wiesen. Weder in der Stadt noch auf dem Land. Und dass Leute, die ihre Hunde mit ihrer Notdurft (wo auch immer) alleine lassen, endlich bestraft werden. Und zwar so nachhaltig, dass sie endlich verstehen, dass sie für ALLES was ihren Hund betrifft, verantwortlich sind.
  • Wir wünschen uns, dass die politisch Aktiven (Landeshauptleute, Landesräte und Bürgermeister) erkennen, dass Hunde fühlende und reagierende Wesen sind und dass die konfliktfreie Haltung und Führung von Hunden nicht über Polizeistrafgesetze und Rassengesetze wie die derzeit geltenden, geregelt werden kann sondern nur über ein neues Hundeführgesetz, dass die Bedürfnisse von Hund und Halter berücksichtigt. (Wie in den fairdogClubzielen beschrieben). Ein Gesetz, das klare Regeln zur art- und wesensgerechten Haltung und Führung von Hunden schafft und die Haltung von Hunden an einen einheitlichen Befähigungsnachweis (Sachkundenachweis nach fairdog-Standard mit Hundeführschein) bindet.
  • Wir wünschen uns die Zweckbindung der Hundesteuer für intelligente Infrastrukturen in den Gemeinden, die den Ansprüchen und Bedürfnissen von Hunden und deren Menschen gerecht werden. Wir wünschen uns viele hundefreundliche Zonen und Hundefreilaufzonen, die diese Bezeichnung auch verdienen und die eine Anpassung der Hundesteuer an besondere Leistungen der Gemeinden rechtfertigen.
  • Wir wünschen uns eine faire sachliche Berichterstattung über Hunde in den Medien, die dem Umstand gerecht wird, dass nur bei 0,7 % aller Freizeitunfälle in Österreich Hunde eine Rolle spielen. Und dass in über 70% dieser Fälle Fehler von erwachsenen Menschen zum Unfall führen.

Bernd H. Pierstorff (Clubleiter) und das fairdog-Team

 

Die 1. Interessensvertretung* für Hundehalter in Österreich

*) Gegründet 2004 (e.V. seit 2006)

 

 

fairdog bietet seinen Mitgliedern:

  • Unterstützung bei allen Anliegen und Problemen zum Thema Hund.
  • Beratung und Unterstützung bei der Anschaffung eines Hundes.
  • Hochaktuelle Hundeführ-Seminare sowie Kurzseminare und Vorträge zum Thema Hund (Gesundheit, Ernährung, Training, usw).
  • Sonderkonditionen bei der Ferienbetreuung und Fellpflege Ihres Hundes.
  • Periodische Newsletter mit Neuigkeiten, Tipps und Anregungen.