Unsere Hunde: Das letzte Geschenk

 

Es ist das traurigste Kapitel in der Partnerschaft mit unserem Hund: Der Moment in dem wir erkennen müssen, dass das Leben unseres Gefährten seinem Ende zugeht. Aber wir wollen das nicht wahr haben, wir sind fest entschlossen, um das Leben unseres geliebten Hundes zu kämpfen. Der Tierarzt sagte doch, dass die OP machbar wäre, dass die Chemotherapie zwar sündteuer sei aber sein Leben verlängern könnte, dass ihm der Krebs wahrscheinlich nicht weh täte, die Medikamente machen das schon…Und das Herzerl kriegen wir auch wieder hin. Wird kosten, aber da geben wir nicht so schnell auf.

Das Zauberwort heißt „Hoffnung“. Sie hält die Maschine in Gang. Es gibt Tierärzte, die von dieser letzten Hoffnung sehr gut leben, denn das alles kostet viele hundert, vielleicht sogar tausende Euro. Für ein paar Wochen, die unser geliebter Hund noch bei uns sein kann. Muss.

Die wenigsten Hundebesitzer fragen sich, ob es diese paar Wochen oder Monate wert sind, unseren Hund seinen durch Alter und Krankheit erschwerten Lebensbedingungen auszusetzen. Ich musste mich in meinem Leben von vielen Hunden, die mir sehr ans Herz gewachsen waren, verabschieden. Es ist mir nie leicht gefallen, einem meiner vielen Hundefreunde zu raten, das Leiden seines Hundes durch einen sanften Tod zu beenden, bevor es wirklich zu spät dazu ist.

Wir alle sollten eines wissen: Es gibt eine Qualität des Lebens und es gibt eine Qualität des Sterbens. Wir Menschen sind im letzten Abschnitt unseres Lebens auch auf andere angewiesen. Nur müssen sich die dafür einsetzen, dass wir möglichst lange und so schmerzarm wie möglich hinüberdämmern.

Unsere Hunde haben es da besser: Bei ihnen geht es „nur“ um WEITERLEIDEN oder SCHLAFEN: Für uns Tierfreunde und –schützer eine vergleichsweise klare Entscheidung: Der Hund weiß ja nichts von seinem Ende, es ist für ihn nicht relevant. Relevant sind für ihn lediglich sein Leiden, seine Einschränkungen, seine Schmerzen; und solange wir ihm seine Schmerzen und sein Leid ersparen können, kann und soll er sein Leben genießen. Wenn wir das mit unseren Möglichkeiten nicht mehr erreichen können, ist es Zeit, unserem Hund ein sanftes Ende zu schenken. Eine Überdosis Propofol und er wird nie wieder unter seinen Schmerzen leiden. Ein „zu früh“ gibt es in diesem Fall nicht. Aber es kann ein „zu spät“ geben. WIR können und dürfen über die Qualität des Sterbens unseres Hundes entscheiden. Ohne schlechtes Gewissen. Ein sanfter Tod als letztes Geschenk an unseren Hund. Auch wenn es UNS weh tun wird.

 

 

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