Ganzjahresprogramm Fellpflege

 

Der Fellwechsel ist bei unseren Haushunden ein Ganzjahresprogramm geworden. Und Fellwechsel bedeutet für Frauchen und Herrchen: Hundehaare überall. Und dagegen gibt es nur zwei wirksame Mittel: 1.Staubsaugen und 2. regelmäßige Fellpflege. Und sie ist wichtiger, als mancher Hundehalter denkt.

Frei lebende Hunde haben einen völlig anderen Fellwechsel, als unsere Hunde, die z.B. auch im Winter in der warmen Wohnung leben (müssen). Hunde sind zwar, ebenso wie die Wölfe, Caniden, aber eben keine Wölfe sondern HAUS-Tiere. Dazu kommt, dass die meisten Hunde heute nicht mehr ihrem Zuchtgedanken entsprechend gehalten werden: Viele Rassen wurden aus ihrer natürlichen Umgebung in für sie artfremde Gegenden geholt: Nordische Rassen weit in südliche Gefilde, wärmebedürftige Rassen wie Chihuahuas oder Nackthunde müssen nun auch in kalten Gegenden zurechtkommen. (Mäntelchen im Winter sehr zu empfehlen: außen wasserdicht, innen warm).

Unsere Hunde werden als Familienmitglieder ganzjährig im Haus gehalten, was vor allem im Winter extreme Temperaturunterschiede zwischen drinnen und draußen bedeutet, aber der Hund kann sein Fell ja nicht an der Garderobe aufhängen. Er muss die Temperarturunterschiede über seine Fellfunktionen regeln. Dazu kommt, dass unsere Familien-Hunde heute älter werden als früher oder in Freiheit. Die natürliche Auslese alter Hunde durch Artgenossen, Raubtiere oder andere natürlichen Faktoren ist nicht mehr gegeben. Aufgrund ihres relativ hohen Alters leiden ältere Hunde daher auch zum Beispiel relativ häufig an Altersbeschwerden, wie Herzschwäche oder Gelenksproblemen. So fehlt ihnen im Winter die für die Wärmeentwicklung notwendige Mobilität und sie frieren leichter.

 

Fellpflege: Gesundheit für Fell und Haut

Das Wohlbefinden eines Hundes hängt wesentlich vom Zustand und der Gesundheit seiner Haut und seines Fells ab. Gesundes Fell wirkt wie eine Klimaanlage: Es bietet Schutz sowohl gegen Nässe und Kälte als auch gegen Hitze. Verfilzungen und Schmutz stören diese wichtige Funktion. Deshalb sind vitalstoffreiche, artgerechte Ernährung und regelmäßige Fellpflege so wichtig!

 

Fell ist nicht gleich Fell

So wie es zahlreiche Hunderassen und unendlich viele Mischlinge gibt, gibt es auch verschiedene, sehr unterschiedliche Fellarten. Es gibt Lang-, Kurz-, Glatt- und Seidenhaar sowie Rauhaar und Stockhaar mit mehr oder weniger Unterwolle.

 

Die richtige Pflege für jedes Fell:

Stockhaar 

Stockhaar hat eine raue Schale (Deckhaar) und einen weichen Kern (Unterwolle). Klassische Beispiele: Schäferhunde, Hütehunde, Treibhunde. Stockhaarige Hunde erleben normalerweise 2 x im Jahr ihren Fellwechsel. Bei unseren Haustieren, die nicht mehr im Freien leben, kann dieser Fellwechsel während des ganzen Jahres stattfinden. Deshalb ist es wichtig, die abgestorbenen Haare der Unterwolle mindestens 1 x wöchentlich gut auszubürsten, bzw. mit einem speziellen Metallkamm auszukämmen. Die vitale Unterwolle kann auf diese Weise Ihre natürliche Schutzfunktion erfüllen. Verfilzt die Unterwolle, kann die Haut nicht atmen, Feuchtigkeit bleibt viel länger an der Haut und die Entstehung von Bakterien und Pilzen wird begünstigt.

 

Seidenhaar 

Seidenhaarige Hunde (Maltester, Silky Terrier, Bichon Frisee) haben dichtes, einfaches Haar ohne Unterwolle das kontinuierlich wächst und von keinem Haarwechsel abhängig ist. Es muss regelmäßig gebürstet werden da es sonst zu einer kompakten Matte verfilzt. Für viele dieser Rassen wurden rassespezifische Haarschnitte entwickelt. Diese dienten jedoch nicht dem Modebewußtsein, sondern Ihrem ursprünglichen Arbeitseinsatz (z.B. beim Pudel – Apportierhund bei der Entenjagd). Da bei unseren Haushunden diese Arbeitseinsätze großteils nicht mehr verlangt werden, ziehen viele Hundebesitzer einen praktischen, einfachen Schnitt vor, der den Stil des Hundes hervorhebt und einen gepflegten Gesamteindruck schafft.

 

Rauhaar 

Rauhaarige Hunde (Schnauzer, Rauhaardackel, Jagd-, Jack-Russell-, Parson-Jack-Russell- Fox- West-Highland-Terrier) müssen zur Unterstützung ihres Fellwechsels getrimmt (ausgezupft) werden. Das tut dem Hund – entgegen mancher Meinungen – nicht weh! Im Gegenteil: Wenn das feste Deckhaar eine bestimmte Länge erreicht hat, stirbt es ab; es fällt aber nicht einfach aus sondern muss vom neu nachwachsenden Haar aus den oberen Hautschichten geschoben werden. Verbleibt das tote Haar in der Haut, so juckt das den Hund sehr und es erschwert das Nachwachsen des neuen Haares. Keinesfalls dürfen diese Hunde einfach abgeschoren werden, denn das führt zur Degeneration des Fells. Es dünnt aus, wird weich, wellig und verliert mehr und mehr Farbe und Glanz.

 

Bei der professionellen Fellpflege müssen alle Eigenheiten dieser Fellarten berücksichtigt werden!

 

 

 

Impfen wir zu viel?

 

Wenn man sich vor Augen hält, dass jede Impfung ein Risiko in sich birgt, dann fragt man sich irgendwann, ob man seinen Hund wirklich jedes Jahr fünf- bis siebenfach impfen lassen muss. Eine sehr berechtigte Frage, denn vor allem in den USA wird das herrschende Impfschema für Hunde (und Katzen) schon seit Jahren von Hochschulveterinären angegriffen und durch Studien über die Dauer des Immunschutzes nach Impfungen sowie durch allgemeine immunologische Überlegungen erschüttert.

Das wichtigste Argument gegen jährliche Auffrischungsimpfungen ist, dass ihre Notwendigkeit wissenschaftlich nicht fundiert ist: Es gibt keine Studien, die beweisen, dass gegen virale Erreger dauernd nachgeimpft werden muss. Die wichtigen Impfungen gegen Viren halten viel länger, als die Hersteller behaupten; wenn Lebendimpfstoffe verwendet werden (und das ist bei Parvovirose, Staupe, Hepatitis immer der Fall), besteht der Schutz sehr wahrscheinlich lebenslang. Und die Impfungen gegen bakterielle Erreger, die tatsächlich nur etwa ein Jahr halten, gelten den Experten, die sich eine pharma-unabhängige Meinung leisten, in vielen Fällen als überflüssig bis sogar schädlich. Wodurch sich die Frage stellt, ob Auffrischungsimpfungen überhaupt sinnvoll sind. Kommt nämlich ein gesunder Hund mit Erregern in Kontakt, gegen die er früher einmal geimpft wurde, so erhält er dadurch einen “Booster”, quasi eine natürliche Impfauffrischung: Sein Immunsystem wird angeregt, neue Abwehrzellen gegen das Virus zu bilden. Wozu also dann dauernd nachimpfen? Dieses Prinzip des natürlichen Boosters gilt für viele Infektionskrankheiten.

Richtig impfen heißt zunächst zwischen zwei Impfungsarten zu unterscheiden: Core vaccinations und Non-core vaccinations.

“Core vaccinations” – Impfungen, die wirklich wichtig sind

Unter core vaccinations verstehen die Kleintiervirologen und –immunologen die Impfungen gegen wirklich schwere bis lebensbedrohliche Krankheiten. Diese Impfungen sollten alle Hunde erhalten, unabhängig von Wohnort und Lebensstil oder Art der Haltung. Die Impfung gegen Tollwut ist darüber hinaus erforderlich, weil der Erreger auf den Menschen übertragbar ist (Zoonose). Als core vaccinations gelten: Tollwut, Parvovirose, Staupe und kontagiöse Hepatitis.

Staupe, Parvovirose, kontagiöse Hepatitis

Die Dauer des Immunschutzes nach Impfung gegen Staupe, Parvo und Hepatitis beträgt nach US-Studien sieben Jahre bis lebenslang, wenn ein Lebendimpfstoff verwendet wurde (was heutzutage die Regel ist).

Tollwut

Tollwutvakzinen für Haustiere sind immer Impfstoffe mit abgetöteten Erregern. Die Dauer des Immunschutzes nach Impfung beträgt mindestens drei Jahre. Das gilt auch für die in Deutschland zugelassenen Tollwutimpfstoffe. Bei grenzüberschreitenden Reisen von Hunden wird jedoch in vielen Ländern der Nachweis einer Tollwutimpfung verlangt, die höchstens 12 Monate zurückliegen darf (für Schweden und England werden sogar Titermessungen als Nachweis des Impfschutzes verlangt). Daher kann es erforderlich sein, dass jährlich geimpft wird. Wird das Tier aber nicht auf grenzüberschreitende Reisen mitgenommen, so kann man über die Notwendigkeit einer jährlichen Tollwutimpfung zumindest dann nachdenken, wenn der Hund nicht in einem tollwutgefährdeten Bezirk lebt.

Wird der Hund in (Wald-) Gebieten ausgeführt, wo Wildtollwut heute noch vorkommt, sollte man lieber jährlich impfen lassen. Bei Kontakt mit einem tollwutverdächtigen Wildtier können die Veterinärämter – auf Basis der Tollwut-Verordnung – die Tötung eines Haustiers anordnen, wenn seine letzte Impfung länger als ein Jahr zurückliegt. Bestenfalls wird Quarantäne verhängt. Tollwutverdächtige Haustiere dürfen weder postexpositionell geimpft noch sonstwie behandelt werden. Es sind aber schon Kontakttiere jenseits der Ein-Jahres-Frist verschont worden, weil sie a) keinerlei Tollwutsymptome zeigten und weil b) Daten des Impfstoffherstellers beim Veterinäramt eingereicht wurden, aus denen hervorgeht, dass die verwendete Vakzine weit länger als ein Jahr Schutz bietet. Dennoch steht auf allen deutschen Tollwutimpfstoff-Beipackzetteln, dass jährlich revakziniert werden muss.

“Non-core vaccinations” – Impfungen, die nicht jeder braucht

Zu den non-core vaccinations gehören die Impfungen gegen die canine Parainfluenza (“Zwingerhusten”), Leptospirose und Borreliose (und einige andere, die aber in Deutschland nicht üblich sind). Alle diese Infektionskrankheiten verlaufen im Normalfall nicht besonders schwer und/oder sind gut durch Antibiotika zu behandeln. Außerdem lassen sie sich durch hygienische Maßnahmen (Sauberkeit, Belüftung usw.) gegebenenfalls auch durch Quarantäne eindämmen, bzw. durch konsequenten Zeckenschutz verhüten.

Zwingerhusten ist, wie der Name verrät, eine Infektion, die in Zuchten oder Tierheimen grassieren kann. Verschiedene Erreger können diese Erkrankung der Atemwege (“infektiöse Tracheobronchitis”) auslösen. Die in Deutschland üblichen Impfstoffe wirken gegen das canine Parainfluenza-Virus (CPIV). Gesunde adulte Hunde in normaler Einzel- oder Kleingruppenhaltung brauchen diese Impfung im allgemeinen nicht.

Die Leptospirose, die von verschiedenen Leptospiren-Typen hervorgerufen wird und auch den Menschen gefährden kann, kommt in Österreich kaum vor. Die verfügbaren Impfstoffe schützen nur gegen zwei der in der Natur vorkommenden Leptospiren-Arten. Der Schutz hält außerdem oft deutlich weniger als ein Jahr und verhindert nicht den Trägerstatus, dh. geimpfte infizierte Tiere können Leptospiren im Urin ausscheiden und auf den Menschen übertragen, bei dem sie eine schwere Krankheit verursachen können. Das Zoonose-Risiko sollte aber nicht übertrieben werden. So schreiben Gaskell und Bennett: “Heutzutage sind … Hunde … eine relativ seltene Infektionsquelle für den Menschen”, am ehesten fange man sich den Erreger in rattenverseuchten Umgebungen ein. Schultz betrachtet die Leptospirose-Impfung noch aus anderen Gründen nicht als core vaccination: Die Wirksamkeit der Impfstoffe sei schlecht, ein hoher Prozentsatz der geimpften Hunde entwickle keine protektive Immunität oder sei nur kurze Zeit geschützt. Außerdem könne die Impfung das Immunsystem des Hundes akut oder chronisch schädigen.

Borreliose – ein besonders umstrittener Impfstoff

Die Impfung gegen die Zecken-Borreliose (Lyme-Borreliose) ist eine der umstrittensten Impfungen überhaupt. Selbst in den Endemie-Gebieten tritt die Krankheit bei Hunden selten auf, und wenn, dann verläuft sie fast immer mild und kann gut mit Antibiotika behandelt werden. Gegen die Borreliose-Impfung spricht zudem, dass der Impfstoff nicht auf die hierzulande vorwiegend auftretenden Borrelien-Spezies abgestimmt ist: Die Vakzine hilft nur gegen Borrelia burgdorferi sensu stricto, doch diese kommt in Mitteleuropa zu maximal 25 Prozent vor. Wenn die Impfung also gegen die hierzulande vorherrschenden Borrelien versagt – wozu dann impfen? Es besteht zudem der Verdacht, dass die Impfung bei genetisch dafür anfälligen Tieren chronische Arthritis verursachen könnte.

Gute Haltung ist wichtiger als Impfungen

Tierhalter sollten sich darüber im klaren sein, dass nicht die Impfungen das A und O der Gesundheitsvorsorge sind, sondern ein gesundes Immunsystem. Also vernünftige, liebevolle Haltung mit gesunder naturnaher Ernährung – und Verzicht auf Welpen vom Hundevermehrer. Schlecht gehaltene Tiere können trotz Impfung an Infektionen erkranken und als Virusträger andere Tiere anstecken, das kommt immer wieder vor. Und es wird dann zu allem Übel auch noch als Argument benutzt, dass man halt häufiger impfen müsse.