Wie gefährlich sind (Listen-)Hunde?

 

Listenhunde, das sind (wie wir alle wissen) Hunde, die auf einer Liste stehen: Hunde mit angeblich erhöhtem Gefährdungspotential. Was das genau ist, darüber sind sich die „Experten“ in den Bundesländern auch nicht ganz einig. Im Burgenland oder in Kärnten gibt es so etwas z.B. gar nicht. Der Rest der Bundesländer setzen Pitbull, Bullterrier, Stafford, Rottweiler, Dobermann, Dogo Argentino, Tosa Inu, der Mastiff auf eine Liste, und noch ein paar Rassen, von denen ich nicht weiß, wozu sie hier überhaupt gezüchtet werden. Nein, der Schäferhund gehört nicht dazu, obwohl von ihm die meisten Beißattacken ausgehen. An zweiter Stelle steht übrigens der Dackel, dann kommt der Spaniell, usw.

Bei der allgemeinen Entrüstung über Unfälle mit Hunden wird leider übersehen, dass jeder Hund auf seine Weise und meist durch seine/n Halter/in gefährlich werden kann. Dazu braucht es keinen Rottweiler oder einen Schäferhund. Ein Spaniel, ein Dalmatiner oder ein Jack Russel-Terrier kann ein Kleinkind in fünf Sekunden tot beißen. Es liegt immer und nur beim Menschen und dem, was er aus seinem Hund macht, resp. machen darf. Denn solange jeder Depp jeden Hund wie einen Goldfisch kaufen kann, wird sich nicht viel ändern: Der sogenannte Gesetzgeber hat in den wenigsten Fällen eine Ahnung von Hunden und den Auswirkungen einer falschen Hundeerziehung. Das Schlimme daran: Nicht einmal Hundeschulen sind eine Garantie für richtige Hundeerziehung, denn Hundeschulen werden nach sehr unterschiedlichen Kriterien geleitet – auch innerhalb des großen und mächtigen ÖKV (Österreichischer Kynologen-Verband). Das soll nicht heißen, dass es nicht auch gute Hundeschulen gibt. Ich hätte nur gerne ihre Kontaktdaten. Darüber hinaus ist fairdog derzeit die einzige Hundehalter-Vertretung in Österreich, die stets aktualisierte Hundeführ-Seminare konsequent nach dem Prinzip einer gewaltfreien, motivationsorientierten aber führungsstarken Hundeerziehung anbietet und auch regelmäßig abhält.

Noch etwas zu jenem tragischen Fall bei dem ein Kleinkind durch einen nicht korrekt geführtenen Rottweiler ums Leben kam: Der Rottweiler wurde dieser Dame vom Wiener Tierquartier weitergegeben. Laut Auskunft der Tierärztin, die diesen Hund längere Zeit betreute, war der Rottweiler ein eher verschmuster. verspielter, freundlicher Hund. Er wurde getötet, weil die Amateure im Tier-Quartier nicht mit ihm zurecht kamen. Er starb einen völlig sinnlosen Tod, ebenso wie der kleine Bub, den er ahnungslos totbiss. In einer ihm bedrohlich erscheinenden Situation, völlig mit seiner Angst und seinen Instinkten allein gelassen.

Verletzungen durch Hunde könnten weitestgehend verhindert werden, wenn die Menschen ihre Hunde verstünden: Hunde sind fühlende und reagierende Lebewesen, und wenn ein Hund ein Kind verletzt, dann haben Erwachsene (Hundehalter und Eltern, bzw. Aufsichtspersonen) ihre Aufsichtspflicht verletzt. Den kindersicheren Hund gibt es nur im Film. Kinder (vor allem Kleinkinder bis zum 2., 3. Lebensjahr) werden von den meisten Hunden zunächst entweder als Spielzeug, Beute oder als Bedrohung, bzw. Futterkonkurrent wahrgenommen. Hunde sind also ganz sicher keine Babysitter! Hundeerziehung bedeutet, den Hund aus seinem Instinktverhalten herauszuholen und auf ein anderes Verhalten zu programmieren. Ein Hund muss auf seinen Platz in seinem sozialen Umfeld vorbereitet werden. Mit Know How, Geduld und Liebe. Lernen tut man das in fairdog-Sachkundeseminaren und in speziellen Coachings. Ein Aufwand, der sich lohnt.

 

 

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